Insolvenzrecht

  • Sanierungsberatung für Unternehmen aller Branchen

  • Beratung von Ärzten und Krankenhäusern (unter Berücksichtigung der bereichspezifischen

  • Besonderheiten aufgrund des durch RA Jörg Kummerlöw abgeschlossenen Fachanwaltskurses für Medizinrecht)

  • Aussonderung und Absonderung von Rechten

  • Forderungsdurchsetzung

  • Verhandlung mit dem Insolvenzverwalter

  • Beratung und Vertretung von Gesellschaften, Geschäftsführern, Vorständen und Gesellschaftern in der Krise des Unternehmens

  • Einleitung von Sanierungsmaßnahmen

  • Entwicklung von Unternehmensfortführungen mit dem Insolvenzverwalter

Hilfe in der Not durch Steuerbarkeit von Sanierungsprozessen ab drohender Krise bis zum erfolgreichen Abschluss des Insolvenzverfahrens – bei uns bleibt der Unternehmer an Bord

Größtes Manko einer erfolgreichen Unternehmenssanierung war bislang die Intransparenz des Insolvenzverfahrens. In der Regel erfuhr der Unternehmer erst im Laufe des Insolvenzverfahrens und nach Eintritt irreversibler Tatsachen, ob der im weißen Kittel erschiene Insolvenzverwalter Arzt oder Fleischer ist. Wurden durch Berater aussichtsreiche Konzepte erstellt, so scheiterten diese außergerichtlich selten an der Bereitschaft von Lieferanten zum Verzicht, sondern überwiegend an institutionellen Gläubigern. Um in diesem Fall dem Unternehmer eine Chance einzuräumen, wurde das Insolvenzplanverfahren eingeführt. Dieses Instrument gebrauchten Insolvenzverwalter aufgrund der Komplexität im Vergleich zum Unternehmensverkauf viel zu selten. So kam es häufig vor, dass der Insolvenzverwalter das Unternehmen mit operativ gesundem Kern an Dritte verkaufte, damit dem Unternehmer die Wertschöpfungsquelle und Existenzgrundlage entzog, so dass dieser im Ergebnis selbst in die Insolvenz geriet. Nicht selten wurde dies der Öffentlichkeit und dem Insolvenzgericht dann auch noch als Sanierung des Unternehmens unter Erhalt von Arbeitsplätzen verkauft. Dies führte dazu, dass Berater die Stellung eines Insolvenzantrages nach Scheitern eines außergerichtlichen Sanierungsversuches nicht als weitere Lösungsmöglichkeit, sondern als Scheitern ansahen und den Unternehmer seinem Schicksal überließen. Dies ändern wir.

Zum 01.03.2012 ist das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) in Kraft getreten. Mit den zahlreichen Gesetzesänderungen wird sich die Beratungspraxis für Restrukturierungen und Sanierungen außerhalb des Insolvenzverfahrens wie auch die Abwicklung von Insolvenzverfahren nachhaltig verändern. Neben dem nach § 22a Abs. 1 InsO zwingenden vorläufigen Gläubigerausschuss mit für den Insolvenzrichter bindendem Vorschlagsrecht des Insolvenzverwalters bei Einstimmigkeit besteht für das drohend zahlungsunfähige Unternehmen die Möglichkeit, das sog. Schutzschirmverfahren nach § 270b InsO durchzuführen. Künftig kann das Unternehmen bei vorliegender drohender Zahlungsunfähigkeit und/oder Überschuldung innerhalb von drei Monaten und unter dem Schutz vor der Einzelzwangsvollstreckung in Eigenverwaltung einen Insolvenzplan erstellen. Hierbei behält der Unternehmer die Kontrolle über die Unternehmensführung auch während des Insolvenzverfahrens. Darüber hinaus können die Verfahrenskosten allein aufgrund der ausschließlichen Einsetzung eines Sachwalters um mehr als 50 Prozent reduziert und eine Verfahrensdauer von unter einem Jahr gewährleisten werden.

Andererseits droht dem Unternehmer in einer ungesteuerten Insolvenz auch bei positiver Fortführungsprognose der Unternehmensverlust, da die Gläubiger über die Umwandlung von Fremd- in Eigenkapital – sog. debt equity swap – die Geschäftsanteile übernehmen können. Aber auch für diesen Fall bieten wir Lösungsmöglichkeiten an.

Wir haben gemeinsam mit namhaften Insolvenzverwaltern unter dem Arbeitstitel KISS – Konzept Inklusiver Stufenloser Sanierung ein Modell zur Steuerung von Sanierungsprozessen entworfen, welches durch die Ausnutzung der sich nach dem ESUG bietenden Möglichkeiten einen einheitlichen Sanierungsprozess auch bei der Notwendigkeit der Einleitung eines Insolvenzverfahrens gewährleistet. Hierdurch wird ermöglicht, dass dem redlichen Unternehmer über die Zwangsmechanismen im Sanierungsprozess sowie im Insolvenzverfahren nicht die Existenzgrundlage entzogen wird. Im Gegensatz zu anderen Beratern, sind wir in der Lage, bei Kriseneintritt ein Konzept zu erstellen, welches von vornherein bei Scheitern einer außergerichtlichen Einigung die Durchsetzung im Insolvenzverfahren ermöglicht.

Pressemeldung der Rechtsanwaltskammer Sachsen vom 29.07.2011

Diskussion um Schuldnerberatung: Qualifizierte Beratung des Schuldners ist wichtiger als Eigeninteressen von Beratungsorganisationen

Anwälte erfüllen alle Standards für qualifizierte Schuldner- und Insolvenzberatung

In der Debatte um die neue Förderrichtlinie des Landes zur Schuldner- und Insolvenzberatung warnt die Rechtsanwaltskammer Sachsen vor einer Schieflage in der Diskussion und einseitiger, interessengeleiteter Kritik. „An oberster Stelle muss die kompetente Beratung des Schuldners liegen. Hier leisten Schuldnerberatungsstellen bisher wichtige Arbeit. Problematisch wird es, wenn diese aufgrund ihrer staatlichen Förderung gezwungen sind, primär Insolvenzen statt anderer Lösungen zu empfehlen,“ erklärt Vizepräsident Roland Gross. Grundsätzlich sei es richtig, Qualitätsstandards für die Beratung von Schuldnern zu definieren.

„Die Schuldner- und Insolvenzberatung ist rechtlich äußerst komplex. Ziel muss es immer sein, dem Schuldner einen optimalen Weg aus seiner Schuldenfalle aufzuzeigen – und dabei öffentliche Mittel zur Beratung effizient einzusetzen“, so Gross. Sowohl die Schuldnerberatungsstellen als auch Rechtsanwälte verfügten über spezielles Wissen in diesem Bereich. Die klassische Schuldnerberatung durch karitative Organisationen könne jedoch nicht alle rechtlichen Aspekte umfassend abdecken, daher erfordert eine optimale Beratung oft auch ergänzenden anwaltlichen Rat.

„Unser Vorteil gegenüber karitativen Schuldnerberatungsstellen ist unsere Unabhängigkeit von jeder fremden Beeinflussung. Deshalb können Rechtsanwälte auch maßgeschneidert den Schwerpunkt auf Schuldner- oder Insolvenzberatung legen. Zudem unterliegen Rechtsanwälte der Schweigepflicht und verfügen über eine Berufshaftpflichtversicherung“, erläutert der Vizepräsident. Trotz unterschiedlicher Schwerpunktsetzungen in der Beratung der Rechtssuchenden müsse sehr deutlich gesehen werden, dass Schuldnerberatungsstellen unersetzbar sind. Eine Beschränkung ihrer Arbeit treffe in Not befindliche Bürger und sei deshalb abzulehnen.

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